Rätsel der Vergangenheit

Forum für Archäologie, archäologisches Grenzwissen und Prä-Astronautik
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 Betreff des Beitrags: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: So 15. Mär 2009, 14:54 
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Moin Frank,
hab über den Tag heute mal wieder deine Erklärungsseiten durch gelesen. Schade, das ich mir die ganzen Informationen nicht einprägen kann, aber mir sind 2 Sachen aufgefallen, die jetzt keinen wirklichen Einfluß auf deine Erklärungen haben, diese aber möglicherweise etwas relativieren:

1.) Du schriebst, das in den Höhlen und Kammern im Laufe der Zeit mehr Touristen und Grabräuber, zeitlich länger, durch diese Räume gewandert sind, als sich die Inschriftenhersteller darin aufgehalten haben. Auch vor der Benutzung des elektrischen Lichts. Aber ist in dem Fall das Vorhandensein von Ruß überhaupt noch ein Fakt, den man in die Überlegungen einbeziehen kann? Man kann doch nur noch sagen, das Ruß vorhanden ist, aber nicht von wem - so das weder PS noch anerkannte Wissenschaft irgendeinen Schluß daraus herleiten können. Ist das so richtig?

2.) Die Batterien - du hast eine interessante Rechnung aufgestellt, die zu immens großen Endwerten in der Stückzahl führt. Aber kann man das nicht einfach aushebeln, in dem man sagt, das die Gefäße immer wieder verwendet wurden. Zum Beispiel, das die nach getaner Arbeit ausgespült/gereinigt worden sind und für den nächsten Arbeitstag neu befüllt wurden. So käme ein Arbeiter mit 10 Batterien für die gesamte Arbeitsdauer aus, was die Gesamtzahl erheblich reduzieren würde.
(davon abgesehen, das die gesamte Batterie-Hypo?these durch sämtliche andere Erklärungen sowieso nichtig ist).

Ciao René

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Selber!!!


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: So 15. Mär 2009, 16:17 
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Hallo Rene!

1. Woher der Ruß kommt ist irrelevant und heute auch nicht mehr belegbar. Aber die Paleo-SETI-Argumentation für die NOTWENDIGKEIT elektrischer Beleuchtung basiert ja auf der Argumentationskette "es existiert kein Ruß -> keine Fackeln oder Kerzen".
Diese Basis-Behauptung ist aber nachweislich falsch...

2. Man hätte Töpfe bauen können die wiederverwendbar waren. Wenn man das Metallrohr beispeilsweise eingekorkt hätte. So wie die Dinger aber hergestellt sind wäre für die Ägypter die Reinigung und Neubestückung fast genauso aufwendig gewesen wie die Verschrottung. Zumindest das äußere Gefäß hätte man wohl einfach zerschlagen, um an den Kupferzylinder zu kommen.

2.b: Wie ich geschrieben habe, führt ja ausgerechnet diese Herstellungsart auch dazu, dass das Ding keine Batterie gewesen sein kann, denn die den Ägyptern bekannten Elektrolyte brauchen Luftsauerstoff für die elektrochemische Reaktion. Die Bitumenpropf-Herstellung verhintert einersets vernünftiges Recycling, andererseits von vorne Herein die Funktion an sich...


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: Sa 19. Dez 2009, 17:36 
Hochinteressante Lektüre, auch für den Nicht-Ägyptologen! Die Texte, selbst übersetzt in eine so ferne Sprache wie unsere, sind voller Poesie und Kraft. Es müßte doch die romantischen Sehnsüchte eines jeden, der sich mit Ägypten auseinandersetzt, ansprechen, wie farbig und detailreich die Göttervorstellungen dieser Menschen gewesen sein müssen.
Vielleicht ist "romantische Sehnsüchte" auch das Schlüsselwort für die Suche nach Beweisen für die Superzivilisation in der Vergangenheit. Auch mich spricht der Gedanke sehr an. Ich glaube aber, man darf nicht den Fehler machen, sich verfrüht in seine Arbeitshypothese so zu verlieben, daß man nichts anderes mehr gelten lassen will. Das verstellt den Weg für eine sachliche Auseinandersetzung auf Basis belegbarer Argumente. Wenn es dazu führt, Fakten zu verbiegen, ist natürlich der eigenen Hypothese ein Bärendienst getan.
Es sollte doch die romantische Sehnsucht hinreichend befriedigen, wenn man sich in die -- wie mir als Laien scheint -- sehr vielschichtige Geisteswelt der Ägypter hineinversetzt. Das ist ja auch mit ordentlich Arbeit verbunden. Als Lohn winkt dann aber wohl nicht eine Sensation, die mit einer Elektrotheorie vergleichbar wäre.
Aber warum sollte nicht auch ein Ägyptologe, der auf dem Pfad der korrekten Deutung bleibt, hier und da mal eine sensationelle Entdeckung machen?
Was treibt die Paläosetinisten an? Ich kann es einerseits verstehen. Es ist der Wunsch nach der Lösung so vieler Widersprüche. Und die Chance, über das Klein-Klein der wissenschaftlichen Forschung mit einem kühnen Sprung hinwegzukommen.
Als Liebhaberin östlicher Philosophien sehe ich noch eine andere Möglichkeit. Kulte und Riten sind immer mit Bemühungen verbunden, den Menschen mit freundlichen und bedrohlichen Naturmächten zu versöhnen und zu harmonisieren. Ich gehe davon aus, daß auch in frühren Epochen der Menschheit die primitiven Gruppen den entwickelteren unterlagen und dann aber von ihnen gelernt haben. Eine Erinnerung davon könnte in den häufigen Aussagen stecken, dieses oder jenes Getreide sei den Menschen von Göttern (was immer das heißt), Lehrmeistern und Ahnen gegeben worden.
Könnte es sein, daß wir die zivilisatorische Höhe noch älterer Völker, deren Siedlungen -- bedingt durch die postglaziale Schmelze -- heute auf dem Meeresboden liegen, immer noch unterschätzen?
Meine romantischen Sehnsüchte werden dadurch auf jeden Fall angestachelt -- aber nicht auf Kosten der Fakten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: Mi 23. Dez 2009, 23:43 
Eva hat geschrieben:
Könnte es sein, daß wir die zivilisatorische Höhe noch älterer Völker, deren Siedlungen -- bedingt durch die postglaziale Schmelze -- heute auf dem Meeresboden liegen, immer noch unterschätzen?
Meine romantischen Sehnsüchte werden dadurch auf jeden Fall angestachelt -- aber nicht auf Kosten der Fakten.
Träum schön weiter, und wenn du ausgeträumt und ausgeschlafen hast und bist, könntest du ja das hier mal lesen... falls du es nicht schon getan hast. :cool:

Ist zwar nicht gut für die romantischen Sehnsüchte, adelt aber in gewisser Weise die Errungenschaften unserer modernen Zivilisation, selbst auf die Gefahr hin, dass wir an ihr verrecken.

Natürlich kann auf dem oder besser im Meeresboden so einiges liegen - tut's auch. Knochen, Steinspitzen, Vorformen von Steinmessern, vielleicht eine durchbrochene Muschelkette - alles das, was wir aus dem Paläolithikum aus dem Boden ausgegraben haben. Warum sollte es im Meeresboden denn anders aussehen? :roll:

Romantische Sehnsucht ist ein schlechter Berater für die Geschichtsforschung und überhaupt für jede Art von Forschung - schon eher für die Liebe. Aber das ist ein anderes Thema. Weil Leute, die aus Sehnsucht auf Sinnsuche gehen und sich dabei in der "alternativen Wissenschaft" verirren, nicht die Eier haben diese Wissenschaft sich erst mal in den Grundzügen akademisch anzueignen, was bekanntlich mit ner Menge Arbeit verbunden ist, sondern sich nur für die Bücher interessieren, von denen sie glauben, dass diese ihre romantische Sinnsuche bestätigen könnten.

Und mal brutal gefragt: Was für einen Sinn und Zweck und was für eine Relevanz sollte eine "prähistorische Superzivilisation", selbst wenn es eine solche gegeben haben sollte, was natürlich Quatsch ist, für unser Weltwissen haben? Es wäre doch eh alles spurlos verschwunden. Also macht es überhaupt keinen Unterschied.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: Sa 26. Dez 2009, 15:19 
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Registriert: Sa 3. Mai 2008, 09:37
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Moin!
Eva hat in in einem wesentlichen Punkt Recht: Man sollte sich nicht in seine Hypothese verleiben und die Fakten darauf zurecht biegen (wie es z.B. Graham Hancock macht, der seine Thesen so behandelt, wie ein Verteidiger seinen Klienten), sondern seine Thesen den Fakten anpassen, auch wenn es bedeutet, sich ab und an von liebgewonnenen Ideen zu trennen.
So manches Machwerk wäre uns erspart geblieben, hätten die Autoren so gehandelt...

Und da Nichtexistenzen nicht bewiesen werden können, darf man, auch wenn es extremst unwahrscheinlich ist, immer noch von verschollenen Hochkulturen träumen :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: Di 29. Dez 2009, 12:00 
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Trav... äh Zeitspazierer hat geschrieben:
Natürlich kann auf dem oder besser im Meeresboden so einiges liegen - tut's auch. Knochen, Steinspitzen, Vorformen von Steinmessern, vielleicht eine durchbrochene Muschelkette - alles das, was wir aus dem Paläolithikum aus dem Boden ausgegraben haben. Warum sollte es im Meeresboden denn anders aussehen?

im prinzip : rüüüüschtüsch !
nur :kopfkratz: , woher will der herr denn wissen, daß es nicht gewisse landstriche gab, die heute unter wasser liegen, auf/in denen und nur dort, bestimmte bauten errichtet wurden? ein einfaches beispiel und man hofft du hast soviel phantasie, um es nachzuvollziehen, ohne dich wieder an kleinigkeiten zu stoßen:
Gizeh! --> nur dort gibt es DIE pyramiden.
außerdem kannst selbst du nicht wissen, ob im boden, wie du sagst, nicht noch einiges sehr erstaunliches liegt, was bisher einfach noch nicht gefunden wurde ;) . und ich meine jetzt nix von wegen superhightech oder ähnliches, sondern ganz einfach etwas was das bild von dieser oder jener kultur doch etwas anders erscheinen läßt, ... wenn du verstehst :grin: :


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwei kleine Überlegungen...
BeitragVerfasst: Di 29. Dez 2009, 13:52 
Jo, ausgeschlossen ist gar nix. Im Paläolithikum war es abba nun mal so, dass es keine nennenswerten Unterschied gab, weil es noch keine "Kulturen" gab, also noch keine Spezialisierungen durch Arbeitsteilung. Man kann davon ausgehen - wovon die Funde beredt zeugen -, dass "Technologie" und Lebensweise der Uramerikaner sich nicht wesentlich von denen der frühen modernen Menschen in Afrika und Eurasien unterschied - nicht etwa durch Austausch und Beziehungen, sondern durch Konvergenz -, und weil dies das Nächstliegende war zum Jagen, Sammeln und für den Fischfang. Man kommt einfach von selbst drauf, dass man zum Fischfang "Harpunen" (Speere oder Pfeile) und Netze braucht, und dass sich auch Köder empfehlen. Das Paläolithikum ist geprägt von Gleichzeitigkeit und Gleichförmigkeit, bedingt durch fehlende Arbeitsteilung. Eine spezifische, differenzierte "Kultur", deren Überreste sich im Meeresboden finden ließen, ist daher unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Ausgeschlossen ist allerdings auch nicht der liebe Gott auf Cloud 9. Also haben die Esoteriker weiterhin Stoff zum Träumen.


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